Die FAQ zum Orden
In Nomine Satanas (I.N.S.)

Wieso wird der Begriff des "Satanas" benutzt?

Für den I.N.S. ist die wichtigste esoterische Idee die "Apotheose", die Vergöttlichung des Menschen. Diese spiegelt sich auch in unserer "Schlangengnosis" wider. Hier wird das bereits vorchristliche mythologische Bild der Schlange als Quelle von Erkenntnis und Unsterblichkeit für den Menschen interpretiert.
In christlichen Schriften (Jesaja im Alten Testament) wird die Idee der Apotheose mit dem Engel "Luzifer" in Verbindung gebracht. Aber, wie schon bemerkt, die Quellen unseres Satanismus sind wesentlich älter als das Christentum.
Es gibt Satanisten, die ihre Distanz zum Christentum und dem christlichen Satansbild unbedingt dadurch zum Ausdruck bringen wollen, dass sie sich beispielsweise als "Setianer" bezeichnen und auf den altägyptischen Wüstengott "Set" (sprachlich ein Vorläuferbegriff zu "Satan", aber ein überzeugender Beweis für eine inhaltliche Bezogenheit fehlt) beziehen. In unseren Augen auch ein Buhlen um Akzeptanz in einer christlich dominierten Gesellschaft. Allerdings ist die Strategie, "Satanismus" mit anderem Namen zu benennen, wenig erfolgversprechend, da das Christentum eine lange Tradition darin besitzt, religiöse Konkurrenz gleich welcher Form zu "verteufeln".

Inwiefern unterscheidet sich der I.N.S. von anderen satanistischen Gruppierungen?

Der I.N.S. möchte einen initiatorischen Mysterienweg anbieten mit religiösen Veranstaltungen und realexistierenden Personen.
Wir sind keine geheimnisvollen Internet-Existenzen und verkaufen auch keine modische Kleidung oder schicke Mitgliedskärtchen für teures Geld.
Philosophisch sind wir Gnostiker und somit nicht an dem anti-christlichen Materialismus von Anton Szandor LaVey orientiert, sondern an einem historischen Satanismus und seinen Wurzeln in vorchristlichen Urreligionen wie dem iranischem Zoroastrismus von Zarathustra und dem tibetischem Bön.
In der Mythologie des alten Ägyptens halten wir die sonnenfeindliche Unterweltschlange "Apophis" für satanistischer als ihren Gegner, den Wüstengott "Set".

Was wird beim I.N.S. konkret angeboten?

Der I.N.S. möchte einem ausgewählten Kreis von menschlichen Individuen einen esoterischen Mysterienweg anbieten um das Bild des Gehörnten und das uralte Symbol der Schlange.
Dieser Mysterienweg beginnt mit der Messe des Ordens, der "Missa Sinistra". In diesem Ritual wird die Schwarze Flamme der Selbst-Vergöttlichung zeremoniell entzündet und die Kommunion im Zeichen von Satanas zelebriert. Weitere magische Abschnitte des esoterischen Weges sind mit verschiedenen Initiationsritualen festgelegt.
Gemäß dem ursprünglichen lateinischen Sinne des Wortes "Religion" soll beim I.N.S. eine "Rückbindung" an das göttliche "Selbst" erfahren werden. Dabei ist eine Stärkung des individuellen Willens und eine Förderung der individuellen Potentiale vorgesehen. Persönliche Probleme des Adepten, z. B. im psychischen Bereich, können gemeinsam bearbeitet und überwunden werden.
Wir pflegen Kontakte zu den verschiedensten Gruppen und Individuen des Okkultismus und sind so in der Lage, vielfältige Erfahrungen zu vermitteln.

Ist "In Nomine Satanas" grammatikalisch korrekt?

"Satan" kommt ursprünglich aus dem Hebräischen ("Widersacher"). Im Lateinischen wurde es als "Satanas,ae" gemäß der a-Deklination eingeführt. Das bedeutet, dass der Nominativ Singular auf "Satanas" endet und der Genitiv Singular, der nach "in nomine" normalerweise folgt, auf "Satanae".
Ich zitiere diesbezüglich aus der internen Ordenszeitschrift "I.N.S.-Rundbrief" vom August 2001:
...Nicht ganz so einfach aus Sicht der lateinischen Sprachregeln sieht es allerdings mit unserem Ordensnamen "In Nomine Satanas" aus: Korrekt müsste es tatsächlich "In Nomine Satanae" lauten. Hier ist die Begründung der Sprachkonstruktion eine andere.
Der I.N.S. bezieht sich in seiner Arbeit auf historische Quellen des Satanismus, wo in der Ritualistik (sprachlich inkorrekt) von "In Nomine Dei Nostri Satanas Luciferi excelsi!" die Rede ist. Ob in diesen Fällen lediglich mangelhafte Lateinkenntnisse zu Grunde liegen oder "Satanas" als heiliger Begriff nicht dekliniert werden sollte (in christlicher Liturgie als mögliches Vorbild ist dieser Sprachgebrauch allerdings nicht zu finden), kann von hier aus nicht beurteilt werden. Aus eigener ritueller Erfahrung können aber auf jeden Fall noch phonetische Gründe für die Bevorzugung von "Satanas" gegenüber "Satanae" angeführt werden. "Satanas" kann wesentlich kraftvoller intoniert werden...

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